Wie können Projektergebnisse langfristig in Unternehmen verankert werden, und wie gelingt der Transfer erfolgreicher Ansätze in die Praxis? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die fünf geförderten INQA-Experimentierräume beim diesjährigen INQA-Projektetreffen m 01. und 02. Oktober.
Das SafeSpace@Work-Projektteam diskutierte gemeinsam mit den anderen Projekten über Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren auf dem Weg zu einer vielfältigen und zukunftsfähigen Arbeitswelt.
Projektergebnisse nachhaltig verankern
Im Mittelpunkt des Treffens standen die Fragen, wie Projektergebnisse langfristig in Unternehmen verankert werden können, wie die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis gelingt und wie erfolgreiche Ansätze auch anderen Organisationen zugänglich gemacht werden können. Dabei wurde deutlich, dass nachhaltige Veränderungen nur gelingen, wenn sie auch nach Projektende weitergetragen werden. Einige Unternehmen setzen dafür beispielsweise auf Mentoring-Programme oder bereichsübergreifende Vielfaltsteams, die die Themen aus eigener Motivation heraus weiterentwickeln und im Arbeitsalltag verankern.
Eine zentrale Voraussetzung dafür ist die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis. Während wissenschaftliche Forschung belastbare Erkenntnisse liefert, bringen Unternehmen ihre konkreten Herausforderungen und den Wunsch nach schnellen, umsetzbaren Lösungen ein. Erfolgreich ist, wer beides zusammenführt und Forschungsergebnisse so aufbereitet, dass sie im betrieblichen Alltag tatsächlich genutzt werden können.
Wissenschaft und Praxis gemeinsam gestalten
Die ersten Erfahrungen aus den Experimentierräumen zeigen bereits, dass nachhaltige Veränderungen besonders dann gelingen, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse und betriebliche Praxis eng verzahnt werden. Während die Forschung belastbare Erkenntnisse und methodische Ansätze bereitstellt, bringen Unternehmen konkrete Herausforderungen und den Wunsch nach praxistauglichen Lösungen ein. Die gemeinsame Aufgabe besteht darin, Erkenntnisse so aufzubereiten, dass sie im Arbeitsalltag tatsächlich genutzt und umgesetzt werden können.
Psychologische Sicherheit als Voraussetzung für gute Arbeit
Im Projekt SafeSpace@Work steht die Frage im Mittelpunkt, wie psychologische Sicherheit in der Interaktionsarbeit gestärkt werden kann. Insbesondere Beschäftigte, die aufgrund persönlicher Merkmale oder ihrer Position im Unternehmen von Ausgrenzung, Diskriminierung oder Belastungen betroffen sein können, benötigen Rahmenbedingungen, die Sicherheit, Beteiligung und Zugehörigkeit fördern.
Von der Idee zur gelebten Praxis
Besonders wertvoll war der Praxistalk der beteiligten Praxisunternehmen der fünf Projekte. Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, wie Vielfalt und Teilhabe im Arbeitsalltag gefördert werden können. So wurde beispielsweise diskutiert, wie bereits die Sprache darüber entscheidet, ob Menschen sich angesprochen fühlen. Der Begriff „Diversity“ stößt nicht überall auf Zustimmung. Formulierungen wie „Vielfalt“ können helfen, mehr Menschen mitzunehmen und den Dialog zu öffnen. Auch konkrete Maßnahmen zeigen Wirkung: Gemeinsame Kochabende mit neu rekrutierten Fachkräften aus dem Ausland stärken Begegnung und Willkommenskultur. Ebenso wichtig ist eine enge Begleitung bei der Integration, die über den Arbeitsalltag hinausgeht, etwa durch Unterstützung bei Behördengängen oder alltäglichen Fragen.
Transfer für andere Unternehmen ermöglichen
Ein besonderes Merkmal der INQA-Experimentierräume ist ihr Transferansatz. Ziel ist es nicht nur, neue Lösungen in einzelnen Unternehmen zu entwickeln, sondern Erkenntnisse für eine breite Anwendung verfügbar zu machen. Die Ergebnisse aus den Projekten werden deshalb systematisch dokumentiert, wissenschaftlich begleitet und in praxisnahe Handlungsleitfäden überführt. Davon können künftig auch Unternehmen profitieren, die nicht unmittelbar an den Projekten beteiligt sind. Die INQA-Experimentierräume leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung guter Arbeit, zur Fachkräftesicherung sowie zu mehr Vielfalt, Teilhabe und psychologischer Sicherheit in Unternehmen.
Das Projekttreffen hat deutlich gemacht: Wirkungsvolle Veränderungen entstehen dort, wo Wissenschaft, Praxis und engagierte Beschäftigte gemeinsam an Lösungen arbeiten. Genau diesen Ansatz verfolgt SafeSpace@Work. Mit den gewonnenen Erkenntnissen, den entwickelten Methoden und den entstehenden Praxishilfen sollen Unternehmen dabei unterstützt werden, psychologische Sicherheit zu stärken und eine Arbeitsumgebung zu schaffen, in der sich alle Beschäftigten respektiert, eingebunden und handlungsfähig fühlen.











